....ist eine etwas glibberige Angelegenheit.
1. Amateurmethode für Kleinstmengen:
- (1)
Man quetscht den Samen aus
der Frucht auf ein Stückchen Papier und
- (2) legt dieses dann zum
trocknen in die Sonne.
Nachteil der Methode! Meist
klebt die Samenmasse, so getrockenet, noch nach Monaten, weil der
"Glibber" wie Klebstoff eindampft und immer zäher wird. Das liegt in
der Natur der Sache.
2. Die Profi-Methode zur Saatgutgewinnung geht deshalb anders:
Diese Methode empfiehlt sich dann, wenn man von mehreren Sorten Saatgut gewinnen will oder von einer Sorte mehr als nur 5-10 Kernchen.
- (1) Der erste Schritt ist
derselbe wie oben. Man schneidet die Früchte auf und quetscht die Samen mitsamt der Pulpe heraus, am besten in ein dicht verschließbares Marmelade- oder Gurkenglas.
- (2) Die Masse füllt man mit relativ viel Wasser auf, schüttelt ein wenig durch und stellt dann das ganze an einen warmen Ort zur Gärung.
Achtung! Möglichst bei 20°-30° C; zu warm darf das Glas nicht stehen, sonst gehen die Samen kaputt; bei zu kühler Aufstellung schimmeln die Samen nur noch, statt zu gären.
- (3) Je nach Wärme ein paar Tage bis max. eine Woche gären lassen. Wenn es jetzt im Glas zunehmend stinkt, ist das normal. Aber trotzdem nicht viel länger als eine Woche stehen lassen, weil sonst die Samen u.U. schon im Glas keimen. Und damit sind sie dann natürlich verdorben!
- (4) Jetzt kommt die Haupt-Attacke für die Nase: Man geht an seinen Ausguss, schließt das Glas fest zu, schüttelt es kräftig durch (Achtung! Überdruck!) und stellt es anschließend kurz hin. Die Tomatensamen sind etwas schwerer als Wasser und sammeln sich jetzt am Boden. Das darüber schwimmende stinkende und u.U. schimmelnde Gekröse wird beherzt abgegossen. Anschließend füllt man das Glas mit klarem Wasser auf, schließt es und schüttelt nochmals kräftig durch. Wiederum absetzen lassen und abgießen. Diesen Vorgang - Wasser auffüllen, schütteln, abgießen - wiederholen, bis das Wasser klar bleibt.
- (5) Der letzte Abgießvorgang geht mitsamt der Kerne in ein Sieb. Aufpassen, dass nicht noch ein Körnchen von
der vorigen Sorte im Sieb hängen geblieben ist! Das Sieb wird mit einem kräftigen Hieb auf ein Blatt Papier ausgeleert. Vorher Papier mit Sortennamen und Datum beschriften!
- (6) Papier mit den Samenkernen zum trocknen in die Sonne oder einen anderen warmen Platz legen (nicht über 30°C!). Lieber etwas länger als zu kurz trocknen lassen. Auch Monate lang an der freien Luft liegen lassen schadet nicht. So behandelt kleben die Kerne nicht mehr. Anschließend eintüten und an einem kühlen trocknen Ort aufbewahren.
So vorbehandelt und gut getrocknet sind Tomatensamen erstaunlich zählebig. Sie halten sich bei kühler und trockener Lagerung mitunter 10 Jahre lang. Wenn man das absolut trockene Saatgut in Folie einschweißt und dann einfriert, kann man sogar noch länger Glück haben.