Genetisches Kulturerbe der Pflanzenzucht

   Sitemap                           Tomaten        Bohnen       Chilis         

Projekt zum Erhalt seltener Nutzpflanzensorten (Stand: Februar 2016 )

Hintergrund    Sortenerhalt    Saatgutaustausch  
Tomaten    Bohnen    Peperoni   
   Bilder der vergangenen Saison    Impressum    links    

   Hintergrund:


Iss mich! Ich schmecke!
So viele Birnen schauten mich schon lange nicht mehr an wie 2015.

Besonders aber die Äpfel schmeckten 2015 wie noch nie.
Und eine solche Ernte von gesunden großen Früchten hatte ich auch noch nicht.
Das Bild zeigt die Prüfung der
Lagerfähigkeit meiner Eigenzüchtungen im Fahrradkeller.

Nicht nur der Tropenwald ist in Gefahr, auch hierzulande findet fortwährende Gen-Erosion statt, die auch unsere Kulturpflanzen betrifft. Es werden immer weniger Sorten angebaut. Die anderen, z.T. über mehrere Generationen erprobte und an die Standortbedingungen hervorragend angepaßten alten Sorten verschwinden.


Bohnen, Tomaten, Äpfel, Birnen: Wieviele Sorten kennen Sie? Wenn Sie von jeder Pflanzenfamilie über ein Dutzend Namen zusammenbringen, sind Sie sicherlich ein/e erfahrene/r Gärtner/in und in jedem Fall jemand, der der Vielfalt der Natur mit offenen Augen begegnet.

Die Zahlenangaben sind Minimalschätzungen; denn die genaue Zahl kennt niemand. Täglich sterben einige Sorten aus, weil sie nicht mehr angebaut werden. Ständig kommen neue Hochzucht-Leistungssorten dazu, derzeit vermehrt gentechnische Züchtungen mit nie dagewesenen Eigenschaften (die nichtmatschende Gentomate ist nur ein Beispiel). Viele käufliche Sorten sind heute sog. F1-Hybride, d.h. wenn Sie versuchen, solch eine Sorte im Garten mit dem gewonnenen Samen weiter nachzubauen, werden Sie staunen, was in der F2-Generation daraus wird - jedenfalls nur in seltenen Fällen die Früchte, die Sie nach dem Vorjahr erwartet hätten.

 

   Sortenerhalt als kulturelle Notwendigkeit:

Warum soll es angesichts dieses enormen Variantenreichtums überhaupt Sinn machen, Sorten weiter zu kultivieren, die nur noch unsere Großeltern kennen, deren Samen es in keinem Geschäft mehr zu kaufen gibt?

Es macht Sinn. Der Sortenverfall ist mehr als nur schade; denn diese große Sortenfülle ist von großer Wichtigkeit.

Beispiel Tomate: Die vielen Sorten sind ja nicht zufällig entstanden, sondern durch jahrhundertelange gezielte Züchtungsarbeit, um unter bestimmten Kulturbedingungen möglichst viele, möglichst schmackhafte, möglichst robuste , möglichst schön aussehende Tomaten ernten zu können. In jeder Sorte schlummert ein genetisches Reservoir, das - wenn nicht heute, dann vielleicht irgendwann morgen - gebraucht werden könnte.

Auch die Gentechnologie kann keine neuen Gene nach Maß "erfinden", sondern ist auf das Genreservoir angewiesen, das die Natur in Jahrmillionen der Anpassung der botanischen Art an wechselnde Umweltanforderungen entwickelt hat. Die Gentech-Firmen haben das längst erkannt und schaffen sich eigene Genbanken, aus denen sie neue Sorten kreiieren, die dann sogar patentiert werden, um ihren Anbau zu lizenzieren.

Es ist deshalb wichtig, viele Sorten in privater Hand zu kultivieren; denn monopolisierte Natur kann der Menschheit als ganzer nicht nützlich sein. In der Kommerzialisierung der Gen-Ressourcen liegt m.E. die größte Bedrohung für die Menschheit, auch wenn die Firmen, die davon profitieren, das Gegenteil behaupten.

Viele Leute meinen, Sortenerhalt sei eigentlich Sache der staatlichen Genbanken. Dort ist doch das Saatgut von zahllosen Kultursorten auf Eis gelegt. Das ist ein kurzsichtiger Standpunkt, denn

Ich bin einer dieser verrückten Leute, die gegen den Zeitgeist der Marktbereinigung anschwimmen. Warum tue ich das, es macht ja schließlich auch viel Arbeit?

Es macht Spaß! Und es nützt der Menschheit (auch wenn diese davon keine Notiz nimmt).

Was für Tomaten gilt, trifft auch für Bohnen, Paprika, Kartoffeln und viele andere Obst- und Gemüsesorten zu.

Es wäre schön, wenn es von diesen verrückten Gärtner mehr gäbe, die statt einer Bohnenstange siebzig im Garten haben, statt zwei Tomatenpflanzen deren hundert - und wenn diese Leute miteinander ins Gespräch kämen. Dann könnte das zu einem stabilen Netzwerk von Beziehungen werden, bei dem das Reißen einer Masche nicht gleich unwiederbringliche Verluste mit sich bringt.

   Saatgutaustausch:

Ich gehöre nicht zu den Leuten, die eifersüchtig auf ihrer privaten Genbank "hocken". Sie können gerne an meinen genetischen Schätzen teilhaben.

1. Wenn Sie einen Sortenwunsch haben, schreiben Sie mir am besten per E-Mail* was Sie interessiert. Ich schaue dann nach, ob ich noch Saatgutreserven zu Ihrer Wunschsorte habe und maile Ihnen zurück, an welche Postadresse Sie Ihre eigentliche "Bestellung" schicken können. Bitte fürs erste nicht mehr als max. 2 Sortenwünsche! (*Aus Gründen der Spam-Vermeidung enthält die kopierte E-Mail-Adresse ein Leerzeichen, das Sie durch @ ersetzen müssen, um die E-Mail versenden zu können!)
2. Bitte fügen Sie Ihrer Bestellung Rückporto oder einen frankierten Rückumschlag bei (im Falle von Bohnen einen !!gefütterten!! Freiumschlag). Dazu kommt eine Aufwandsentschädigung von 1,50 Eur./Sorte, die Sie per Scheck oder in bar beifügen können. Sie bekommen dann von mir ein Minipröbchen von Ihrer Wunschsorte zugeschickt, die für einen Kulturversuch reichen sollte. Sie können sich die Sorte dann ja selbst weiter vermehren (Anleitungen zur Saatgutgewinnung finden Sie in den jeweiligen Pages dieser Website).
3. Es haben mir immer wieder Gartenfreunde Saatgutgeschenke von ihren Lieblingssorten gemacht. Herzlichen Dank dafür! Ich gehe treulich damit um. Einige Freunde waren auch mit Freimarken, Bargeld usw. sehr großzügig. Diese erlauben es mir, auch Sortenfreunde zu beschicken, bei denen die Abrechnung schwierig ist (z.B. weil sie im Ausland wohnen).
4. Falls eine Sorte bei Ihnen gut kommt, bin ich für Rückspenden frischen Saatguts immer dankbar; denn das ermöglich mir, ein Jahr "auszulassen" und mich zwischenzeitlich auf andere Sorten zu konzentrieren, die den Nachbau nötiger haben.
Trotz aller Bemühung um regelmäßige Auffrischung des Saatguts gibt es in meiner Sammlung gelegentlich auch einmal eine Karteileiche. Wenn es also einmal nicht klappt mit der Keimung, melden Sie sich bitte. Vielleicht kann ich für Ersatz sorgen (ggf. im Folgejahr). Es sind einfach zu viele Sorten, die durch umschichtige Nachzucht erhalten sein wollen.

    Das Gartenjahr 2014: Fotos vom jahreszeitlichen Leben im und um den Garten herum.
Das Gartenjahr 2015 - noch mehr Fotos
.

 

   Impressum:

Der Autor dieser Website ist Psychologie-Professor im Ruhestand und hat sich mit den Inhalten, die er hier vorträgt, ausschließlich außerberuflich in seinem Garten beschäftigt.
Betrachten Sie deshalb bitte alle in dieser Website ausgesprochenen Anschauungen, Empfehlungen und Erfahrungen als die eines engagierten Amateurs und bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil von den Dingen.
Für die verlinkten Inhalte gilt dies ganz besonders. Aus rechtlichen Gründen distanziere ich mich ausdrücklich von den Inhalten aller verlinkten Seiten auf dieser Website samt Subpages und mache mir diese Inhalte nicht zu eigen.

Diese Website ist komplett werbefrei und privat finanziert. Sie legt keine Cookies an und erhebt auch anderweitig keinerlei Daten über ihre Besucher. Ich weiß deshalb nicht, wie oft meine Seite angeklickt wird, geschweige denn, wer sie besucht.
Nach heutigen Webdesign-Maßstäben ist die Internet-Plattform technisch veraltet und entspricht den "Gestaltungsmoden" der 1990er Jahre. Ich gebe zu, ich könnte mehr daraus machen. Da das Leben aber auch ohne PC-Fummelei ziemlich schön ist, habe ich keine Lust, alles auf den gegenwärtigen Stand der Technik zu bringen. Ich hoffe, mein Internetauftritt erfüllt trotzdem seinen Informationszweck.

 
 © Alle Rechte an dieser Website, insbesondere für die Bilder, liegen beim Autor, es sei denn, es ist ein anderes Copyright vermerkt. Falls Sie ein Bild oder Inhalte verwerten wollen, nehmen Sie bitte mit mir Kontakt* auf. (*Aus Gründen der Spam-Vermeidung enthält die kopierte E-Mail-Adresse ein Leerzeichen, das Sie durch @ ersetzen müssen, um die E-Mail versenden zu können!)

   Interessante Gartenlinks und -Adressen:

Und noch einige Literaturempfehlungen über Genetik und Züchtung :
Nijhout, H. Frederik: Der Kontext macht's. Spektrum der Wissenschaft April 2005, S. 70-77. (Vom Einfluss des Genoms auf  die phänotypische Ausprägung einzelner Gene. Dieser Artikel brachte mir viele AHA-Erlebnisse.)
Jabr, Ferris: Köstliche Früchte ohne Gentechnik. Spektrum der Wissenschaft Dezember 2015, S. 40-45. (Über die Beschleunigung herkömmlicher Zucht mit Hilfe molekulargenetischer Analyseverfahren. Obwohl hier keine genetische Manipulation im üblichen gentechnischen Sinne im Spiel ist, ist der dafür nötige technologische Aufwand so beträchtlich, dass die genmarkergestütze Selektion der Monopolisierung von Züchtungsprogrammen Vorschub leistet.)