Bohnen direkt ins Freiland säen oder vorziehen?
1. Bohnen direkt ins Freiland zu säen, ist dann kein Problem, wenn
- das Saatgut frisch ist (also möglichst im Vorjahr geerntet wurde)
- Sie (oder Ihr Nachbar) nicht jedes Jahr Bohnen in größerem Stil kultivieren (sonst ist bei Ihnen eventuell die Bohnenfliege heimisch, die Ihnen Ihre Aussaat schädigt oder gar vernichtet)
- Sie einen leichten bzw. humosen Boden haben (Bohnensamen brauchen Luft zum keimen und ersticken leicht)
- Sie nur wenig Schnecken im Garten haben (sonst sind Ihre Bohnen-Jungpflänzchen chancenlos)
- Sie genug Saatgut für einen evtl. zweiten Aussaatversuch zur Verfügung haben.
Egal wie, Bohnen lieben subtropische Temperaturen und sollten erst um die Eisheiligen herum ausgesät werden, keinesfalls vor Ende April, so verführerisch es bei schönem Wetter auch sein mag. Lieber etwas später als zu früh. Auf keinen Fall zu tief säen (ca. 3x den Korndurchmesser ins Erdreich ist o.k.) - eine klassische Gärtnerregel besagt, "die Bohnen wollen die Glocken läuten hören."
2. Bohnen vorziehen empfiehlt sich, wenn
- das Saatgut knapp oder schon älter ist. Angenommen Sie haben nur noch zehn Korn von einer Sorte und die lagern schon fünf Jahre, dann haben Sie mit der Direktsaat schlechte Karten. Es gibt auch Sorten, die generell schlecht keimen (bei einigen Soja-Sorten habe ich die Erfahrung gemacht).
- man den Pflanzen einen Wachstumsvorsprung gegenüber der Freilandaussaat zukommen lassen möchte. Ein Gewinn ist das aber nur dann, wenn man die Jungpflanzen in den Vorzuchttöpfchen dosiert Wind und Wetter aussetzt, um sie abzuhärten.
Was ist bei der Vorzucht zu beachten?
- Leichte luftige Aussaaterde nehmen und die Bohnenkerne nur leicht mit Erde bedecken.
- Ich habe mir angewöhnt, die Anzuchttöpfchen zunächst von unten zu bewässern, weil man sonst beim gießen die Kerne wieder freispült. Allerdings kein Dauerfußbad, sonst erstickt die Saat im Wasser. Ist die Saat erst richtig aufgelaufen (das Keimen von Bohnen ist immer wieder ein erhebender Anblick und provoziert philosophische Gedanken über die Wunder des Lebens!), kann von oben gegossen werden, ohne dass viel passieren kann.
- Je wärmer es ist, desto schneller keimen die Bohnen. Bis 30°C macht gar nichts. Ist es kalt, verschimmeln die Bohnenkerne, ehe sie überhaupt keimen können.
- Stangenbohnen auf keinen Fall vor Mitte-Ende April ansetzen. Wenn Sie mehrere Töpfchen nebeneinander haben, gibt das sonst ein unentwirrbares "Gewinde" mehrerer Pflanzen, die Sie nicht mehr auseinander bekommen, ohne sie zu verletzen.
- Jungpflänzchen möglichst frühzeitig in dosierter Form Wind und Wetter aussetzen (abhärten). Die Pflanzen bleiben dadurch kleiner und wachsen robuster. Wenn Sie diese Regel nicht beachten, haben die Pflanzen nach der Freiland-Auspflanzung mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Wachstumsschock zu erleiden (sie bleiben im Wachstum regelrecht stehen und die vorher so üppigen Triebe und Blätter welken und kümmern jammervoll dahin).
- Generell erst auspflanzen, wenn es eine Zeit lang warm und schön ist. Gift für frisch ausgepflanzte Bohnen sind stramme Winde (wenn sie auch noch kalt und schneidend sind, kann das sogar tötlich enden). Feuchtwarmes windstilles Wetter ist ideal (leider auch für Schnecken, deren Leibspeise Bohnenpflanzen zu sein scheinen).
