Phasaeolus und einige andere Leguminosen (Stand: Februar 2012)
=Sorten= =Links=
=Abkürzungen/Hinweise= =Kornbeschreibungsschlüssel=
=Saisonale Besonderheiten= =Botanische Arten=
=Über den Bohnenkäfer als natürlichen Gegner des Sortenreichtums=
=Über die Vergesslichkeit als "Förderer" des Sortenreichtums=
=Direktsaat
oder Vorzucht?= =Tricks für die Saatguternte=

Bohnenkerne bieten viele ästhetische Reize.
Allgemeine Erläuterungen
Abkürzungen und Hinweise:
Kornbeschreibungsschlüssel (z.B. "Korn[GR-LSwb]):
1. Größe
| 2. Form*
* Zwischenformen wie R-L möglich. | 3. Musterung
| 4. Färbung*
* Falls mehrere Farben, zuerst genannt die überwiegende Farbe (z.B. cs bzw. sc) |
Saisonale Dokumentationsgrundlagen und Besonderheiten:
<91> = 1991 im Versuch (generell jeweils 4 Kerne). Saison außerordentlich
spät. Vieles blieb unreif.
(B?) = Wächst so niedrig, daß man sie auch als Buschbohne kultivieren könnte.
<91/1VF> = Kulturversuch 1991 (Anfang Februar eine größere Menge auf einem Areal von jeweils ca. 3 qm ausgesät).
<91/2VF> = Kulturversuch 1991 (am 3.5. jeweils zehn Körner der bezeichneten Sorten ins Freiland gesät).
<92> = 1992 Generell sehr gutes Jahr. Keine Ausfälle durch Hasen oder Kaninchen. Es war warm, sonnig und trotzdem niederschlagsreich.
Ertragsmengenschlüssel
1992 (M = 83,7 g; s = 54,5):
gering= Erträge bis ca. 30 g
unterdurchschnittlich= Erträge bis ca. 85 g
gut durchschnittlich= Erträge bis ca. 140 g
überdurchschnittlich= Erträge bis ca. 190 g
exzeptionell= Erträge über 190 g
<93> = 1993. Die Nummern bezeichnen die Stangen (< 5 Sorten/Stange gesät). Mittelgutes Jahr. Knappe Sorten vorgezogen. Teils Ausfälle durch Hasenfraß. Aussagekräftige Mengenvergleiche dadurch nicht möglich. Reife spät, teilw. zu spät.
<94> = 1994
Generell ein schlechtes Jahr mit langer Hitzeperiode im Frühsommer, das kaum einen Fruchtansatz erlaubte. Ernte z.T. weniger als gesät war. Im September erst legten die Stangenbohnen richtig los, aber es ist ein Wettlauf mit der Zeit, ob noch vom Spätansatz (etliche Sorten blühen jetzt) vor dem Frost etwas reif werden wird. Im Oktober erste Fröste; das meiste nicht mehr reif geworden.
Je 20 x = Abweichend von der Norm (10 Körner) 20 Körner gelegt.
??Noch nichts gekeimt (Ende Mai)
<95> = 1995. Saison spät, aber mengenmäßig letztlich nicht schlecht. Erntemenge wurde, sofern möglich, auf den Ertrag einer Pflanze relativiert.
<96> = 1996. Alles sehr spät, aber durch üppige Niederschläge bis auf wenige Sorten, die im November verfaulten, reiche Ernte. Auch Sorten, die sonst kümmerlich trugen, waren gut behangen. Ertragsmengen: Saison-Ernterekord liegt bei E: 54,25/Pfl. (Meicy - etwas fraglich) bzw. E: 51,20/Pfl. (klar dokumentiert für ?Datscha3Braunrund?). 3. Platz: E: 49,50/Pfl. Sieben andere Sorten erzielten Ernten von E: >20,00/Pfl. und wurden mit "Spitzenertrag" apostrophiert.
<97> = 1997. B:=#V#Balkonkasten (je 15-20 Korn ausgesät am 30.3.97). Vom Balkonkasten aus generell schwache Ernten. Ansonsten Superbohnenjahr, vielleicht das beste, das ich bisher hatte; Frühjahr feucht, Herbst trocken (hätte noch ein wenig länger sein dürfen). Ertragsmengen: E: 60,25/Pfl. (KapitänWeddigen); 56,12/Pfl. (Toplong); 41,73/Pfl. (Braunfleckig); 40,50/Pfl. (FabadaDeAsturias); 35,45/Pfl. (Niedrig); 35,10/Pfl. (YellowSwiss); 32,81/Pfl. (Hellbraun); 30,40/Pfl. (Solger)
<98> = 1998. Saison für Bohnen so günstig, wie schon lange nicht mehr. Viel Regen, dann Sonne. Allerdings der Herbst war dann wieder total verregnet. Insbesondere bei Sojas die späten Sorten nicht mehr geerntet, obwohl hier und da noch ein paar Körner reif wurden. Ertragsmengen : E: 148,90/Pfl. (Emergo); 81,00/?Pfl. (FabadaDeAsturias); 106,05/?Pfl. (Zuf952b); 110,3/Pfl.. (GelbeWachs). Generell war der Ertrag/Pflanze offenbar nicht höher als sonst auch. Ich habe den Eindruck, daß es in solchen guten Jahren eine große Rolle spielt, ob sich die Pflanze die Stange mit anderen teilen muß oder für sich allein wachsen darf (Emergo wuchs ganz. allein; bei Gelbe Wachs waren es zwei Pflanzen). Erntedurchschnitt:
<99> = 1999. Überwiegend sehr günstige Witterungsbedingungen. Teilweise sehr gute Ernte; fast alle Sorten vollreif abgeerntet (Ausnahme: Graulila).
<00> = 2000. Aussaat am 15.4. als Vorzucht. Gutes feuchtes Frühjahr. Zur Blütezeit allerdings tendenziell zu trocken, so dass gegossen werden musste. Außerordentlich lange Saison ohne Frosteinbruch im Herbst. Wachstumsschub noch im Oktober. Allerdings zum Ausreifen der Kerne zu feuchtkalt, so dass ein Teil der Späternte notrief geborgen wurde. Beim Trocknen der Ernte auf der Fensterbank schlägt der Bohnenkäfer wieder zu, ganz arg bei 'Otto-sprenkel' (bei der ersten Kontrolle etwa ein Dutzend Käfer, bei der Nachkontrolle noch immer drei Imagines), die übrigen Sorten sind nur vereinzelt befallenen (bei der Nachkontrolle weitgehend sauber). Einen quicklebendigen Käfer habe ich noch im März 2001 auf 'GraulilaLinse' gefunden.
<01> = 2001. Alle Sorten wurden vorgezogen. Generell war die Saison exorbitant: Sie begann erstmals in meinem Garten mit einer Schneckenplage, die etliche Sorten total hinraffte, anderen stark zusetzte. Pflanzen, die das überstanden, hatten es anschließend aber gut. Genug Regen im Frühjahr bis in den Juni hinein; dann überwiegend schönes Wetter. Im September allerdings regnete es wieder unablässig, was die reifen Kerne in den Hülsen faulen ließ. Für die ausgesprochen späten Sorten war das aber wiederum günstig; denn der erste Frost trat erst im November auf, so dass auch solche Sorten wenigstens ein paar reife Kerne brachten, die sonst bei mir nie ausreifen (z.B. 'BernerButter'). Alle sonstigen Spätsorten, um die ich immer zittere ('ÖsterreichLand...', 'CaraLaVirgen...' usw.) erreichten anstandslos und vollständig das Stadium der Dürrreife. Die aufregendste neue Erfahrung dieses Jahres war das komplikationslose Aufgehen von 10 Jahre altem gebeiztem Saatgut aus Mallorca ('Enero' und 'Iluro'). Nach meinen sonstigen Erfahrungen war sonst immer nach 5 Jahren das Lebenslicht meiner Saaten erloschen. Ist es vielleicht die Beizung, die die Kerne länger am Leben hält?? Man müsste es mal ausprobieren. Nur weiß ich nicht, welch ein giftrosa Zeugs in Mallorca zur Beizung verwendet wird.
<02> = 2002. Alle Sorten habe ich vorgezogen. Die Saison war gut. Allerdings waren im Frühjahr die Schnecken wieder aktiv, so dass ich nicht alle Sorten durchgebracht habe. Anfang Oktober traten die ersten Bodenfröste auf. Ob noch genug Zeit für die sehr späten Sorten bleibt, ist unsicher. Bis auf eine Sorte ('Bilila" - Stangenbohnenpflanze, die Anfang Oktober zwar voller grüner Hülsen hängt, aber keine Anstalten macht, auch mal eine reif werden zu lassen) habe ich aber von allen Pflanzen wenigstens minimale Mengen Saatgut.
<03> = 2003. Supersommer!!
Alle Sorten hatte ich vorgezogen, anscheinend aber war Anfang April angesichts des schönen Wetters viel zu rechtzeitig. Die Stangenbohnen waren bei der Auspflanzung nur noch ein kaum entwirrbares Knäuel, so dass das Entflechten nicht ohne Verluste abging. Zudem kamen die Eisheiligen nach der Pflanzung doch noch, zwar nicht mit Frost, aber mit eisigem Wind. Etliche Pflanzen überlebten das nicht, andere erholten sich nur langsam vom Stress. Puffbohnen vorzuziehen lohnt sich überhaupt nicht; denn alle Pflanzungen
kümmerten und begannen quasi aus der Wurzel heraus von vorn. Das Ergebnis war ein sehr später Ertrag (wenn überhaupt). Trotz der ungünstigen Startbedingungen holten viele Pflanzen wieder auf und erbrachten in diesem Supersommer reiche Ernte. Besonders die sonst viel zu späten Sorten versprechen, in diesem Jahr noch auszureifen (z.B. Streits 10-Minuten) - s.u.! Verfrühungen von 1 Monat sind heuer keine Seltenheit. Einmalig ist auch, dass ich im September wild ausgesamte Bohnenpflanzen der zweiten Generation entdecke
(die wohl nicht mehr ausreifen werden). Viele Pflanzen blühen noch im September über und über (bes. Feuerbohnen, von denen ich dummer Weise einige mit dabei habe, die ich für Stangebohnen hielt). Fehlkreuzungen werden wohl zum Problem, übrigens angesichts des ungebremsten Wuchses auch bei normalen Stangenbohnen. Viele Sorten wachsen (dank fleißiger Wassergaben) weit über 3 m hoch und greifen, wenn die eigene Stange nicht mehr reicht, einfach auf die Nachbarschaft über. (Schon im Juli sah es aus wie auf dem Bild.) Einige interessante Zufallskreuzungen haben sich schon im September beobachten lassen. Buschbohnen bekommen meine "Urwaldbedingungen" traditionell nicht so gut. Sie geraten leicht in Vergessenheit (und werden dadurch häufig nicht rechtzeitig geerntet), werden beschattet, legen ihre Hülsen auf die Erde, wo sie verfaulen usw. Mein Anbau-Chaos war heuer kaum noch beherrschbar. Der Ertrag der BB-Sorten war dementsprechend gering bis sehr gering.
Meine
Hoffnung, dass auch die späten Sorten ausreifen würden, erfüllte sich leider nicht. Am 8.11. holte ich die letzten Pflanzen ein, über die schon der Frost hinweggegangen war. Von einigen Spätsorten (z.B. 'Sylvains', 'QueueDeCochonII' u.a.), die z.T. über und über mit Hülsen voll hingen, war buchstäblich noch keine einzige reif. Auch küchentauglich waren diese Hülsen frostbedingt nun nicht mehr. Schade!
Und noch eine Warnung an alle Sortenfreunde: Das Risiko für eine Sorte ist eigentlich nie ganz vorbei. Mir
ist nämlich beim Trocknen der Ernte passiert, was eigentlich gar nicht passieren darf. Ein Regal, das schon 15 Jahre in Betrieb ist, hat ohne erkennbare Fremdeinwirkung ein Regalbrett einbrechen lassen und die Ernte 2003 auf die darunter lagernden Bestände und quer über den Flur "geschüttet". Das Chaos sah so aus, wie auf dem BohnenGAU-Bild. Glücklicherweise ließ sich doch vieles durch intensive "Handauslese" retten, vieles wanderte als kulinarisches
Gemisch in die Küche.
<04> = 2004. Leider kam Ende Mai eine Frostperiode nach, die viele Jungpflanzen dahingerafft hat. In einigen steckte anschließend noch ein Fünkchen Leben, doch erholten sich die Pflanzen nicht mehr oder einige mit größer Verspätung. Einige Sorten sind dadurch wohl endgültig verschwunden. Obwohl die Saison sich bis in den November hinzog, reiften einige Sorten nicht aus.
<05> = 2005. Nach einem sehr schwachen und späten Saisonbeginn, bei dem die Schnecken ganze Arbeit leisteten, entwickelte sich das Jahr dann aber ausgesprochen gut. Von nahezu allen Kultivaren hatte ich überdurchschnittliche Ernte, zumal auch Sorten halbwegs ausreiften, die für hier meist zu spät sind. Der erste Frost kam erst in der zweiten Novemberhälfte. Auch die Sojabohnen, sonst häufig Sorgenkinder, erbrachten gute Ernte. Bis auf eine Sorte bin ich heuer vom Bohnenkäfer weitgehend verschont worden. Alles in allem also eine starke Saison mit teilweise enormen Erträgen.
<06> = 2006. Gleich zu Beginn der Saison wurde etwa die Hälfte meiner Bohnenpflanzen von massivem Schneckenfraß gekillt (oder fast gekillt). [Dummerweise bin ich daran selber Schuld; denn auf der Hälfte des Beetes hatten sich Erdbeeren ausgebreitet, die ich gerne abernten wollte (sie brachten auch tatsächlich gute Ernte), die aber den Schnecken offenbar hervorragenden Unterschlupf boten.] Ein paar Pflanzen überlebten zwar, setzten aber - wenn überhaupt - sehr spät nur eine oder zwei Hülsen an. Die Pflanzen, die auf der anderen Beethälfte ohne diesen Unterbewuchs standen, entwickelten sich gut und brachten trotz Schneckenbefall ordentliche Ernte. Auch Spätsorten wurden zum größten Teil noch reif; denn die ersten Fröste kamen erst in der zweiten Novemberhälfte. In den Sommermonaten musste z.T. ausgiebig gewässert werden, weil es über längere Zeitstrecken zu wenig regnete (sieht man mal von dem außergewöhnlich kalten August ab).
<07> = 2007. Bis auf den starken Schneckenbefall im Frühjahr, der etliche Jungpflanzen kurz nach dem Auspflanzen total wegfraßen (trotz mitternächtlicher Jagd jeden Tag über mehrere Wochen hinweg), entwickelten sich die überlebenden Pflanzen gut und brachten auch generell gute Ernte. Gegen Ende der Saison fehlte noch etwas Zeit, um auch die späten Sorten (vor allem Feuerbohnen) ausreifen zu lassen.
<08> = 2008. Als Bohnenjahr eigentlich nicht schlecht, sieht man vom Schneckenangriff im Frühjahr und dem ziemlich plötzlichen Saisonende Ende Oktober einmal ab. Beiden Widrigkeiten fielen einige Pflanzen zum Opfer. Während die frühen Fröste im Herbst nur die späten Sorten betreffen, die hier sowieso nur ausnahmsweise einmal ausreifen, dezimiert die Schneckenplage leider ganz unselektiv die Kulturerfolge. Irgend etwas hat sich unter der Hand in meinem Gartenmilieu geändert; denn noch vor einigen Jahren hatte ich so gut wie nie Schneckenprobleme. Mein Garten wandelt sich mehr und mehr in einen Schattengarten. Eindeutig scheint mir, dass die unterschiedlichen Böden in meinen Beeten einen Einfluss haben: Je schwerer die Böden, desto mehr Schnecken, so scheint es mir; denn dort gibt es auch bei trockenem Wetter immer feuchte Hohlräume in der Nähe der Fraßpflanze zum verkriechen. Meine nächtlichen Schneckenvernichtungs-Beobachtungen legten mir auch nahe, dass einmal attackierte Pflanzen immer wieder heimgesucht werden, entweder von den immer wieder gleichen Schnecken, die sich in der Nähe verkrochen haben (und die man vergangene Nacht übersehen hatte) oder von anderen, die sich vom "Fraßgeruch" angelockt fühlen.
<09> = 2009. Nach einem Frühjahr, in dem wieder einige Pflanzen den Schnecken zum Opfer fielen (nicht ganz so schlimm wie in den Vorjahren), war die Saison gut. Viele Pflanzen wurden aber nicht so hoch wie sonst und im Herbst hätten viele Sorten noch mehr Reifungszeit benötigt. Feuchtkalte Tage und Frost kamen zu früh. Besonders ertragreiche Sorten in diesem Jahr: CatarinoBB, RovioSB; Rundblässlich; RundscheckeSB;
<10> = 2010. Eine sehr durchwachsene Saison! Nach einem wahren Schneckenhorror, der mich nach etlichen Totalausfällen zwang, erstmals mit Schneckenkorn weiteren Ausfällen entgegen zu wirken kam ein sehr schöner Frühsommer. Und dann ging Ende Juli der Regen und die kühle Witterung los. Eigentlich dachte ich: Schön, dann kriegen die Spätsorten ordentlich Regen ab. Sie wuchertenn auch prächtig. Aber dann reichte es am Schluss bei einigen Spätsorten nicht für die Ausreife. Sehr schade - aber so kann's gehen.
<11> = 2011. Kein gutes Bohnenjahr. Trotz Schneckenkorn im Frühjahr schneckenbedingte Ausfälle. Auch später stehen die Pflanzen nicht wirklich gut da. Einige kümmern bis zum Herbst. Der Ertrag war generell unterdurchschnittlich bis kümmerlich (bis hin zum Totalausfall).
Arten und Unterarten:
"BB = Phasaeolus vulgaris nana (Buschbohne)
"FB = Phasaeolus coccineus (Feuerbohne)
"GL = Glycine max. (Sojabohnen) u.a. Glycinien
"SB = Phasaeolus vulgaris (Stangenbohne)
"VF = Vicia faber (Saubohnen) u.ä.
Sorten: --
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S
T U V W X Y
Z
Links :Es gibt offenbar wenige Gartenfreunde, die den Sortenreichtum von Leguminosen zu ihrem Hobby gemacht haben. Bohnen-Websites sind im Netz nicht eben zahlreich.
= Kommerzielle Website mit vielen seltenen Sorten (englisch)
= Viele interessante Infos über Leguminosen (itelienische Website in englischer Sprache)
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